Miteinander leben. Miteinander pflegen.
Wohngemeinschaftskonzept
Pflege weiter gedacht. Neue Perspektiven für Senioren und Mitarbeitende.
Ziel unseres Konzeptes ist es, soweit wie möglich die Normalität des Alltags zu erhalten und zu fördern. Nicht die Pflege, sondern der gemeinsam gestaltete Tagesablauf steht hier im Vordergrund. So können die Senior:innen z.B. selber (mit) kochen oder sich an der Haushaltsführung beteiligen.
In vier Wohngruppen leben je 12 bis 13 Senior:innen. Es gibt einen strukturierten Tagesablauf, der sich an den Interessen und Bedürfnissen der Einzelnen ausrichtet. Damit haben die Senior:innen der Wohngruppen ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Das Essen, die Beschäftigung und die Freizeit stehen neben der Pflege im Vordergrund.
Bei der Schaffung eines therapeutischen Milieus, das allen Senior:innen gerecht werden soll, muss die Vielzahl der spezifischen, sehr unterschiedlichen und häufig wechselnden Bedürfnisse der einzelnen berücksichtigt werden.
Pflegen und betreuen nach unserem Wohngemeinschaftskonzept
Wie wir pflegen
Wesentliche Merkmale unseres Pflegekonzeptes sind die flache Hierarchie und der kooperative Führungsstil in der Leitungsebene. Dazu kommt die Schaffung eines neuen übergreifenden Arbeitsfeldes – der Alltagsgestaltung. Die Einrichtungsleitung und die Pflegedienstleitung sind den einzelnen (autonomen) Wohngruppen übergeordnet, die Pflegefachkräfte sind für die Vorbehaltsaufgaben laut Landespersonalverordnung ausschließlich zuständig und unterstützen darüber hinaus die Pflegedienstleitung in der Umsetzung bzw. Einhaltung des Konzeptes unseres Modells. Die Mitarbeitenden in den Wohngruppen sind Teil eines interdisziplinären Teams. Prinzipiell sind in unserem Haus Pflegefachkräfte und Pflegekräfte, Präsenzkräfte und Alltagsbegleiter:innen (alle Wohnebenenübergreifend) beschäftigt. Die verschiedenen Aufgaben ergeben sich idealerweise aus den unterschiedlichen Tagesabläufen der einzelnen Wohnebenen. Für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Senior:innen sorgt ein separater Nachtdienst.
Die praktische Umsetzung unseres Konzepts erfordert eine veränderte Sichtweise der Mitarbeitenden auf die zu erledigenden Aufgaben. Werte wie Selbstbestimmung und Unabhängigkeit sowie eine entsprechende Förderung der Selbständigkeit der Senior:innen rücken deutlich in den Vordergrund, was von den Mitarbeitenden eine reflektierte Auseinandersetzung mit vorhandenen Einstellungen bzw. sogar ihrem eigenen beruflichen Selbstverständnis verlangt.
Kooperatives Führungskonzept
Eine erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes einer Wohnebene erfordert die Klärung der Zuständigkeiten bei den jeweiligen Aufgaben, orientiert an den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Senior:innen.
Für das gemeinsame Handeln legen wir Aufgaben, Ziele und Verantwortlichkeiten fest, sprechen uns ab und achten auf entsprechende Rückmeldungen. Dies geschieht u.a. in regelmäßigen Dienstbesprechungen und Situationsgesprächen.
Rückmeldungen durch Mitarbeitende, Senior:innen und Angehörige sind wichtige Bausteine zur Weiterentwicklung unseres Konzeptes.
Unser Führungsstil ist kooperativ und entspricht dem christlichen Menschenbild. Dies zeigt sich auch in der gegenseitigen Wertschätzung im Umgang miteinander und in der Achtung der Person und Meinung des anderen, auch in Konfliktsituationen. Die Möglichkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen, unterstützt die Mitarbeitenden in ihrer Motivation und Identifikation mit ihrem Arbeitsplatz.
Palliative Care / Hospizliche Altenpflege
In vier Wohngruppen leben je 12 bis 13 Senior:innen. Es gibt einen strukturierten Tagesablauf, der sich an den Interessen und Bedürfnissen der Einzelnen ausrichtet.
Am Lebensende wird die nun verbleibend Zeit zur wichtigsten Ressource dieses Menschen. Diese Zeit soll so gut gelebt werden können, wie es eben geht. Wenn der nahende Tod unabwendbar geworden ist, zählt nicht die Verlängerung der verbleibenden Lebenszeit, sondern ihre Qualität. Jetzt wird es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Lebensqualität des Betroffenen weitgehend erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird. Er soll in der Lage sein, die Dinge und Aufgaben zu tun und zu regeln, die ihm wichtig sind. Das Ziel allen Handelns besteht darin, ein „gutes Sterben“ bzw. einen „guten Tod“ zu ermöglichen.
Die Betroffenen sind immer als zentrale Hauptpersonen zu sehen. Alle Entscheidungen und Handlungen werden immer unter Beachtung Ihrer Bedürfnisse, Ziele und Entscheidungen durchgeführt. Wir arbeiten nach der „Radikalen Orientierung am Sterbenden“.
Oftmals sind Angehörige, Betreuer:innen oder andere Bevollmächtigte in mehrfacher Weise an Entscheidungen und Handlungen beteiligt. Insbesondere wenn der/die Betroffene nicht oder nicht mehr selbst entscheiden kann, werden sie in Entscheidungsprozessen zum stellvertretenden Person, nehmen seine/ihre Rolle ein. Als Abschied nehmende und Trauernde sehen Angehörige aber auch den möglichen, baldigen Verlust des lieb gewonnenen Menschen. Daher werden auch Angehörige zu Betroffenen. Auch für Sie haben wird geeignete Maßnahmen, damit diese schwere Zeit bewältigt werden kann.
Fester Bestandteil unserer täglicher Arbeit: gute Symptomlinderung, Vernetzung, Frühzeitige Einbeziehung der Angehörigen, Gelebte Abschiedskultur
Pflegen und betreuen nach unserem Wohngemeinschaftskonzept
Beschäftigung und Freizeitangebote
Grundvoraussetzung ist das Einzelgespräch im Vorfeld mit den Senior:innen über die Möglichkeiten der Angebote sowie persönliche Wünsche und Abneigungen.
Wir unterscheiden bewusst zwischen Beschäftigung und Freizeit. Viele Beschäftigungsmöglichkeiten könnten auch Freizeitmöglichkeiten sein, dennoch soll durch eine Unterscheidung eine zeitliche und inhaltliche Differenzierung geschaffen werden. Dies hilft den Senior:innen, ihren Alltag dynamisch und veränderbar zu erleben.
Ziel ist es, Beschäftigung und Freizeit anzubieten, die eine positive Resonanz durch die Senior:innen bekommen. Dazu gehört aber auch, Kritik und Anregungen der Senior:innen ernst zu nehmen und sie immer wieder aufs Neue zu Beschäftigung oder Freizeit zu motivieren.
Freizeitangebote durch
Alltagsbetreuung (§ 43b SGB XI) werden mit einem entsprechenden Angebotsplan angezeigt. Dieser Angebotsplan spiegelt die Interessen der Senior:innen wieder, z.B. Bingo-Nachmittag, Bewegungsrunde usw. Der Angebotsplan ist per Aushang auf der Wohnebene eine Woche im Vorfeld einsehbar.
Senior:innen der Wohngruppen sind persönlich auf diese Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anzusprechen bzw. zu motivieren. Freizeitangebote sind Einzel- oder Gruppenangebote, wenn nötig sind die Angebote aufsuchend, d.h. das Angebot kommt, wenn erwünscht, zu der Seniorin/ zu dem Senior in das persönliche Zimmer.
Angehörige der Senior:innen können sich entsprechend ihrem Engagement und ihren Möglichkeiten mit einbringen.
Angebote: Bewegung, Care Table, Koch- und Backgruppe, Gartengruppe, Aromapflege, Snoezelen, Einzel-und Gruppenarbeit, Kulturelle Angebote




















