Wenn Erinnerungen blühen
Der Garten im Pflegehaus Nouvelle wächst Tag für Tag
Was 2023 mit einigen Hochbeeten begann, hat sich im Pflegehaus Nouvelle in Breisach zu einem besonderen Ort entwickelt. Entstanden ist ein Duft- und Sinnesgarten, der die Bewohnerinnen und Bewohner auf vielfältige Weise bereichert. Hier wachsen nicht nur Kräuter, Blumen, Obst und Gemüse. Hier reifen auch Begegnungen, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse.
„Das erinnert mich an früher. Da hatte ich auch einen Garten”, teilt eine Bewohnerin ihre Erinnerungen.
Der Garten nimmt Gestalt an
In den vergangenen Wochen hat sich im Garten viel getan. Die Beete wurden neu strukturiert und erhielten jeweils einen eigenen Schwerpunkt. Aus einem Hochbeet wurde ein Kräutergarten mit Petersilie, Schnittlauch und Rucola, den die Bewohner direkt riechen, berühren und sogar kosten können. Ein anderes Beet beherbergt Erdbeeren, die bereits die ersten süßen Früchte getragen haben. Hinzu kamen neue Blühpflanzen wie Kamille, Ringelblumen und Kapuzinerkresse, die Farbe in den Garten bringen und gleichzeitig Insekten anlocken. Als Lavendel und eine Johannisbeere ihren Platz im Garten fanden, legten die Bewohner gemeinsam fest, wo die Pflanzen am besten gedeihen würden. Die Freude war groß, als schon während des Einpflanzens die erste Hummel herbeischwirrte.
„Herrlich, wie das summt”, bemerkt eine Bewohnerin begeistert.
Köstliches aus dem Garten
Auch die Nutzpflanzen spielen eine wichtige Rolle. Auf Wunsch der Bewohner fanden auch Tomaten, Kohlrabi und Paprika einen Platz im Garten. Besonders spannend ist es für viele, die Pflanzen über Wochen hinweg zu beobachten und ihre Entwicklung zu verfolgen. Immer wieder führen die Hochbeete zu Gesprächen über frühere Gemüsegärten, Erntezeiten und bewährte Gartentipps. Erinnerungen an Kindheit und Familienleben werden lebendig. Das verbindet die Menschen im Pflegehaus Nouvelle und lässt Gemeinschaft entstehen.
Doch der Garten schenkt weit mehr als Beschäftigung. An besonders heißen Sommertagen, an denen ein Aufenthalt im Freien nicht möglich war, kam der Garten einfach zu den Bewohnern. Mit einem Duftkörbchen voller Kräuter und Pflanzen konnten sie die verschiedenen Aromen wahrnehmen, vergleichen und ihre Erinnerungen teilen. Aus einem Rosmarinrückschnitt entstanden später gemeinsam gebundene Kränze. Der würzige Duft erfüllte den Raum und machte die kreative Arbeit zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Garten und ganzheitliches Erleben
Genau darin liegt die besondere Stärke der Gartentherapie, die im Pflegehaus Nouvelle zunehmend in den Alltag eingebunden wird. Der Garten lädt zum Sehen, Riechen, Fühlen und Schmecken ein. Er schafft Orientierung im Jahreslauf, fördert Bewegung und Kommunikation und vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Vor allem aber knüpft er an die Lebensgeschichten vieler Bewohnerinnen und Bewohner an. Unser Team entwickelt die Angebote kontinuierlich weiter und verbindet sie bereits mit Bereichen wie Aromapflege, Biografiearbeit und kreativen Aktivitäten. So wird der Garten immer mehr zu einem lebendigen therapeutischen Raum, in dem Naturerlebnisse, Gemeinschaft und Lebensfreude auf ganz natürliche Weise zusammenfinden.
„Ich genieße die Ruhe im Garten und lese gerne. Die frische Luft tut richtig gut!”, berichtet eine Bewohnerin begeistert von ihren Lieblingsmomenten im Grünen.
Gemeinsam mit vielen Partner:innen ist der Garten gewachsen und er wächst weiter. Ein herzlicher Dank gilt der Geschwister Stäb Stiftung, der Volksbank Breisgau-Markgräflerland eG, der Sparkasse Staufen-Breisach, Birkenmeier stein+design GmbH und allen weiteren Unterstützer:innen, die maßgeblich zum Start unseres Duft- und Sinnesgartens beigetragen haben.





